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wir Beide


Meine Frau Astrid und ich zogen während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen an den Bodensee. Über 30 Jahre hatte ich mich als Architekt mit alten Gebäuden beschäftigt – als Inhaber des Büros blauhaus-Architekten BDA. Mit Ende 55 wurde mir klar: Es ist Zeit für etwas Neues. Etwas Eigenes. Ein Denkmal am See.


HERKUNFT
Geboren zwischen Berlin und dem Thüringer Wald in den 1960er-Jahren, waren wir beide stets von Wasser und Bergen geprägt. Beruf und Leben führten uns dann für drei Jahrzehnte in eine der trockensten Regionen des Landes – nach Mittelfranken, in die Stadt Nürnberg.
Als unsere Kinder viele Jahre später in die Schweiz zogen, entdeckten wir den Süden neu für uns.

DAS SEEENDE
Ganz am Ende des Sees fand Astrid schließlich ein Kleinod: vergessen, fast eingestürzt, nirgends erwähnt – aber nah bei den Kindern und eingebettet zwischen Wasser und Bergen.
Die Alte Vogtei. Erbaut 1607. In Bodman, einem Ort mit außergewöhnlicher Geschichte: ehemalige Kaiserpfalz des 9. Jahrhunderts, Heimat der Freiherren von Bodman seit 1152.

VIEL MUT
Von 2021 bis 2026 setzten wir das Haus mit Herzblut und gemeinsam mit großartigen Handwerker:innen instand. Wir mussten genau hinhören, was uns die alte Dame erzählte – und taten dann, was notwendig war. Ohne Kompromisse.
Das Gebäude entstand in der Spätrenaissance aus Holz, Seesteinen und Lehm – teils Wohnhaus, teils Amtsstätte. Der Bodmansche Grundherr übte Schutz-, Gerichts- und Verwaltungsfunktionen aus, die er an seine Vögte übertrug. Einer von ihnen ließ dieses Haus errichten.
Über 300 Jahre blieb die Alte Vogtei im Besitz der Freiherren von Bodman, bevor sie verkauft wurde. Wir sind die dritten Besitzer in ihrer langen Geschichte. Unser Glück: Niemand zuvor hatte versucht, das Haus „hilfsweise“ zu sanieren. Als wir die Wände öffneten, lag die Geschichte des Hauses ungeschönt vor uns.

HEUTE
leben wir in der Vogtei. Von hier aus leite ich mein Büro für Denkmalpflege. Hin und wieder öffnen wir die Räume auch für die Öffentlichkeit – denn wir möchten unsere Freude an dieser alten Dame teilen.
Das einst verborgene Kleinod ist Teil der Regional- und Ortsgeschichte geworden. Das macht uns dankbar.

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